dankbar für Erfahrungen 2015

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Liebe Freund_innen,
dankbar für ein gutes Jahr mit bewegenden Begegnungen, neue Perspektiven, fantastischen Kolleg_innen und Menschen allen Alters, von denen ich lernen konnte, bekam ich Lust zu diesem Rückblick auf Berufliches in 2015.

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Fortbildungen für Erwachsene wie seit vielen Jahren: dreimodulige Anti-Bias-Trainings mit Žaklina in der EJBW in Weimar und dem Bildungswerk der Böll Stiftung in Berlin. Neu 2015: Das Seminar Den Fokus verschieben – neue Ansätze in der Bildungsarbeit zu Afrika mit Saraya und Icra in Hamburg. Mögliche Stolperfallen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit – ein postkolonialer Blick mit Beate. Und Begleitung von Kitaerzieher_innen auf dem Weg zu Inklusion mit Tupoka: Diskriminierung von Kindern wahrnehmen, wertschätzende Räume und Teilhabe erleichtern.

postkarten 2Mich berührten Fortbildungen mit Gruppen, die aktiv gegen Diskriminierung sind, wie in Hilden, wo Žaklina und ich Eltern und Pädagog_innen trafen, die für Kinder mit Trisomie 21 viele Veränderungen bewirken. Das Seminar Den Inklusionsbegriff weiter fassen bestärkte sie, Ausgrenzung verschränkt zu denken. Bei den Jugendkoordinator_innen im Modellprojekt Hessische Muslime für Demokratie und Vielfalt! der Goethe-Uni Frankfurt unterstützten wir engagierte Studierende, die sich bei Rassismus aus eigenen Erfahrungen gut auskennen, ihre Einflussmöglichkeiten zu erweitern – in Bezug auf verschiedenen Formen von Diskriminierung. Gerne trage ich zu Büdnisarbeit bei.

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Außergewöhnlich war die selbstorganisierte Werkstatt, sie ermöglichte Angebote zur rassismuskritischen Stärkung von Schwarzen+ PoC Kindern/ Jugendlichen/ Familien zu reflektieren. Zu fünft schufen wir vier Tage, in denen engagierte Menschen Tools und Strategien im Umgang mit struktureller Ausgrenzung und Ohnmachtsgefühlen teilten, Diskriminierung in der Schule spielte eine besondere Rolle. Aktivisten vernetzten sich und entwickelten neue Ideen.

15-10 afacan07Besonders dankbar bin ich für Begegnungen der Herbstferien: Mit Familien Schwarzer Kindern trafen wir in der Türkei eine Gruppe von  Afrotürken um Mustafa Olpak, genossen eine gute Zeit miteinander, tauschten Alltagserfahrungen und Strategien, hörten von den Kämpfen um Anerkennung der eigenen Erfahrungen, schmieden Pläne und besuchten zum Abschluss die neuen Freunde im Dorf.

 

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Wie wurde Schokolade so billig? Was fändet ihr eine faire Verteilung? In Projektwochen an Grundschulen forschten wir mit Kindern zu kolonialen Kontinuitäten. Warum wächst viel Kakao in Westafrika? und was macht es mit uns, dass Kolonialismus meist Zeitalter der Entdeckungen genannt wird? Damit Globales Lernen Bildung für nachhaltige Ungleichheit überwindet, reflektieren wir im Team und entwickeln unsere Module und Materialien kontinuierlich weiter. Für die Aktion Welthandel erforschen am Bsp. Kaffee ist die neue Weltkarte fertig. Die homepage zu „Deutschland*Ein*Wanderungsland“ steht im Netz. In den Projekten unterstützen wir Schüler_innen in widerständigem Wissen, z.B. dass Migration als etwas Selbstverständliches und nicht, wie oft behauptet, ein Problem. An konkreten Beispielen erfahren Kinder z.B. von Fluchtursachen, die mit europäischer Wirtschaftspolitik zu tun haben. We are here because you were there.

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Let’s get empowered!  Glücklich bin ich, dass wir mit Jonathan, Jenny, Icra, Petra, Patricia, Tupoka, Louisa u.v.a.m. Wochenenden für Schwarze Kinder, Jugendliche und ihre Familien auf die Beine stellten. Am Wannsee und in Hirschluch inspirierten wir uns mit Musik, Stencils, Rap, Hip Hop,Tanz, Film, Foto und Haarworkshops – und ebenso Bootfahren, Lagerfeuer, Geländespiele. Eltern nutzen die Räume um miteinander zu sprechen, ohne sich rechtfertigen zu müssen.

AB buchLast but not least: Veröffentlichungen. Das Buch des anti-bias-netzes, dem Netzwerk von Trainerinnen, in dem ich seit 2000 arbeite. Vorurteilsbewusste Veränderung mit dem Anti-Bias-Ansatz erschien im Lambertusverlag. In zwei Artikeln reflektiere ich Erfahrungen meiner Arbeit: „Warum hängt die Weltkarte falsch herum?“ – „Weil ich was seh’, was du nicht siehst!“ Anti-Bias ermöglicht neue Perspektiven. Und Zwischen color-line und Handlungsperspektiven – für Kinder, Eltern und Pädagog_innen. Für Woher komme ich (reflexive und methodische Anregungen für eine rassismuskritische Bildungsarbeit der Diakonie Württemberg) erstellten Žaklina und ich das Kapitel über Anti-Bias. Es steht online, ebenso wie der rassismuskritische wanderungslandLeitfaden zur Reflexion didaktischer Lehr- und Lernmaterialien für die Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und afrikanischer Diaspora – und die Bücherkiste von Kinderwelten.  Die Materialien – Lebensmittelplakate, Wörterkarten, Begleitheft etc – der Mitmachausstellung Deutschland*Ein*Wanderungsland sind neu erschienen und bereit für weitere Projekte an Schulen.AK reise AK2

Herzlichen Dank allen, mit denen ich in diesem Jahr ein Stück des Wegs gemeinsam gehen durfte, mit denen ich durch Liebe und Engagement für Menschenrechte und Teilhabe aller an unserer Gesellschaft verbunden war…  ich wünsche Euch schöne Feiertage und einen guten Start ins Neue!!

annette

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