Mein Weg zu Anti-Bias

Im Arbeitsfeld „Globales Lernen“ versuchten wir, Virginia Alvear Galindo und ich seit 1999 im Projekt Eine Welt im FEZ weg von Exotik hin zu Themen von Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung zu kommen, wollten Vorurteile und Privilegien bewusst machen und eigene Haltungen hinterfragen. Prägend waren für mich Begegnungen mit Audre Lorde, der afrodeutschen Community und unsere antirassistischen Arbeit an der TU Berlin, sowie die Zusammenarbeit mit Menschenrechtsinitiativen in Indonesien, in Berlin und vor Ort. Dabei lernte ich, dass Europa leider nicht der Hort der Menschenrechte und Emanzipation ist, so wie wir das gerne sehen.

Mit dem Anti-Bias-Ansatz fand ich 2000 einen richtungweisenden (Lern-) Zusammenhang, der mich seitdem begleitet und u.a. mit langjährigen KollegInnen zur Gründung des „Anti-Bias-Netzes“ führte.

Bei meiner Arbeit ergänzen sich Trainings von Multiplikator*innen einerseits und Vorhaben mit Kindern, Eltern, Familien und Pädagog*innen andrerseits.
Bei FiPP e.V. entwickelten wir mit Patrica Göthe im Projekt “FiPP bridge” zum Empowerment von Flüchtlingen 2005 bis 2007 besondere Anti-Bias-Trainings mit vielfältigen Teilnehmenden: Flüchtlinge aus dem Deutschkurs sowie Multiplikator*innen aus der politischen Bildungsarbeit. Seit 2007 leiten wir Fortbildungen an der EJBW in Weimar.
In den FiPP Projekten „ein starkes Team für Bildung“ mit benachteiligten Eltern in Spandau und im Projekt „starke Kinder machen Schule“ passten wir den Anti-Bias Ansatz auf die alltägliche Arbeit an Grundschulen an. Für Kinderwelten begleiten wir Grundschulen bei Inklusiver Schulentwicklung.

Als Mutter und als Trainerin wünsche ich mir, optimale Entwicklungsbedingungen für jeden Menschen. Mit dem „Anti-Bias-Ansatz“ lerne ich Ausgrenzungen zunehmend wahrzunehmen und in kleinen Schritten  zu überwinden:

Je mehr wir uns Zuschreibungen und Abwertungen bewusst machen, desto besser können wir Menschen aus den Schubladen unser Vorurteile wieder rauslassen. Dabei schärfen wir unseren Blick auf Strukturen von Diskriminierung und unsere eigene Verstricktheit, nutzen Privilegien, finden Bündnispartner*innen und sehen eigene Einflussmöglichkeiten für Veränderung.