Anti-Bias und Flucht

Anti-Bias-Training 2016 in Magdeburg
Lothar-Kreyssig-Haus, Leibnizstraße 50
22. – 23. 2. / 7. – 8. 3. / 4. – 5.4. 2016

ein Angebot der Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt

Flyer Magdeburg, Anmeldung bei christine.nitschke@ekmd.de

Aktuell befinden sich mehr als 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, nur ein Bruchteil von ihnen erreicht Europa. Die Fluchtursachen hingegen haben viel mit europäischer Wirtschaftspolitik wie Rüstungsexporten und kolonialen Strukturen zu tun.

Menschen, die neu in Deutschland ankommen, treffen auf ein Land, dass zwar längst eine Einwanderungsgesellschaft ist, doch Menschen, die nicht weiß sind, immer noch als „anders“ und „fremd“ wahrnimmt. Auch neu ankommende geflüchtete Menschen sind im Alltag mit Vorurteilen, Ablehnung und rassistischen Übergriffen konfrontiert, sie sind von institutionalisierter Diskriminierung betroffen und werden in den Medien und politischen Debatten oft als „Bedrohung“ dargestellt.

Eine Willkommenskultur ist der erste Schritt, eine gelungene Partizipation aber braucht langen Atem, Einfühlungsvermögen und Bereitschaft zur Selbstreflexion. In der Arbeit mit Geflüchteten kommen schnell eigene Vorurteile – oftmals unbewusste – hoch. Angesichts von Ablehnung und Misstrauen im Umfeld, ja rassistischen Einstellungen ist es nicht leicht, mit den eigenen Ambivalenzen umzugehen. Doch gerade solche unbewussten Zuschreibungen sind spürbar und vermitteln Menschen den Eindruck, abgelehnt oder ausgegrenzt zu werden. Vorurteile, Zuschreibungen, Herabsetzungen, Diskriminierungen, persönliche und strukturelle Gewalt sind Teil gesellschaftlicher Ideologien, die wir erlernt haben.

Ziel der Fortbildung ist es, diese defizitäre Sichtweise zu hinterfragen und Kompetenzen der Teilnehmenden im Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt zu stärken.

Die Grundannahme des Anti-Bias-Ansatzes ist: Vorurteile werden in frühester Kindheit erlernt. Dies geschieht über Bilder, die durch das eigene Umfeld vermittelt werden (Familie, Freunde, Institutionen usw.) und über gesellschaftliche Machtverhältnisse verstärkt und fortgesetzt werden.

Das Anti-Bias Training bietet Raum, sich mit seinen eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Wir möchten mit diesem Angebot sensibilisieren, wie wir in Diskriminierung verstrickt sind, um Zusammenhänge zu verstehen und alternative Verhaltensweisen zu entwickeln. Dabei gilt es, unbewusste Voreingenommenheiten aufzuspüren – bei uns selbst, in der Gesellschaft und in dem Umfeld, den Strukturen, in denen wir leben. Durch Sensibilisierungsübungen wird zum einen unsere Wahrnehmung für Ungerechtigkeiten geschärft und vieles, was als „normal“ gilt, hinterfragt. Zum anderen entwickeln wir Kompetenzen zum diskriminierungskritischen Handeln für die eigene Lebens- und Arbeitswelt.

Eigenes Handeln kann bewusster, selbstkritischer und gleichberechtigter gestaltet werden. Dieses Training verändert unseren Blick – und damit auch unser Tun.