Learning Transformation – Voices for Another Education

What role does the current education system play in maintaining the destructive economic and social system ruling our world? What kind of education would we need to facilitate a global transformation towards social justice and sustainability? The film is about re-imagining education beyond the factory like school systems that colonialism and the western monoculture of education spread around the globe.

Film: Learning Transformation – Voices for Another Education 

Kinder werden zu „consumers of knowledge“ erzogen – so wie sie auch sonst nur Konsumenten sein sollen. Der Film beschreibt wie koloniale Erziehung alle Kinder, auch privilegierte Kinder in ihrer Menschlichkeit verletzt.

Paulo Freire hat es klar mit „Bankierserziehung“ benannt und mit der Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit vieles angestoßen. Die Alternative – „problemformulierende Bildung“: In der problemformulierenden Bildung entwickeln die Menschen die Kraft, kritisch die Weise zu begreifen, in der sie in der Welt existieren, mit der und in der sie sich selbst vorfinden. Sie lernen die Welt nicht als statische Wirklichkeit, sondern als eine Wirklichkeit im Prozess sehen, in der Umwandlung.

und ein Comicfilm dazu, was Konsumterror mit uns und mit der Welt macht 

Ueli Mäder im Interview «Was ist das für eine Demokratie, die vor den Pforten der Wirtschaft haltmacht?»
Der Kapitalismus bringt für uns viele Annehmlichkeiten, aber die globalen Widersprüche sind eklatant. Die Preise für aus der Schweiz exportierte Güter sind kontinuierlich angestiegen, während die Preise der Primärgüter und Rohstoffe, von welchen unsere Industrie abhängig ist, tendenziell abgenommen haben. Ich erachte den Kapitalismus als ein System, das Reichtum stark auf Kosten anderer generiert. Die Kosten im Umweltbereich, aber auch im Sozialen, sind augenfällig. Das Wachstum unserer kleinen Schweiz basiert auf viel Ungerechtigkeit, da zahlen andere für unseren Reichtum einen hohen Preis.
«Die Anschläge in Paris sind Anzeichen für sehr explosive Veränderungen.»

Hilfe von Geflüchteten annehmen

María do Mar Castro Varela: „Das Leiden ‚Anderer‘ betrachten.“
Flucht, Solidarität und Postkoloniale Soziale Arbeit.
Vortrag auf dem 39. Sozialpädagogiktag 2015 der Universität Tübingen: 
Text als pdf
Den Blick wenden, die Hilfe annehmen, die uns von Geflüchteten angeboten wird, affirmative Sabotage betreiben.
María do Mar Castro Varela schlägt keine Lösungen vor, weil wir in einer Situation sind, in der das nicht der Punkt ist. Sie mutet uns zu, nachzufragen: was ist eigentlich bisher schief gelaufen? In welchem Kontext arbeiten wir? Mit welche inneren Widerspüchen müssen wir umgehen. Zum Beispiel die Konzepte von „Mensch“ – welche waren bei den Verkündungen von „Menschenrechte“ wirkmächtig?  wer war als Mensch mitgedacht war und wer nicht? Oder welche Auswirkungen hat der Kolonialismus auf die aktuelle Situation? Diese inneren Widersprüche können wir nicht auflösen, doch wenn wir sie sichtbar machen und benennen, dann können wir eine neue, offene, experimentelle soziale Arbeit denken.
Der Vortrag inspiriert den Blick auf die eigenen Situation zu wenden, z.B. auf die problematische Verwobenheit von „Helfen“ und „Macht“ oder auf die Wirkungen, die die medialen Bilder auf uns haben.  Und dass wir, um all das wissend, sehr wohl helfen müssen. Mit einer Haltung von “affirmativer Sabotage” können wir die aktuelle Überforderung schätzen, weil sie zum Beispiel politische Nervenzellen reaktiviert in einer konsumübersättigten Gesellschaft. Wir brauchen Dekolonisierung und es ist Zeit, die Hilfe anzunehmen, die uns von Geflüchteten angeboten wird.

Prof. Dr. Paul Mecheril Erziehungswissenschaftler/Rat für Migration:
auf dem Neujahrsempfang in Bremen:

„Wir verzeihen den Flüchtlingen nicht, dass sie leiden und uns mit ihrem Leid in den gut eingerichteten Vierteln unseres Wohlstands im wahrsten Sinne zu Leibe rücken. Deshalb müssen sie dämonisiert, herabgewürdigt und letztlich entmenschlicht werden.“
Paul Mecheril fragt sich, woher der rassistische Affekt des Jahresanfangs kommt. „Wir sind gegenwärtig einmal mehr Zeitzeuginnen der gewaltvollen Selbstsakralisierung Europas. (…) Europa (…) inszeniert sich unter Ausblendung oder sagen wir lieber im Spiegel der 30.000 Toten im Mittelmeer, die dort ihr Leben als direkte Folge Europäischer Grenzpolitik verloren haben, als Ort des auserwählten Guten, der Werte, als Hort der Geschlechteregalität, zynischer Weise der Menschenrechte und im Lichte und Spiegel einer ausgeprägten und zunehmenden sozialen Ungleichheit doppelzüngig als Raum der Gerechtigkeit. Für diese Inszenierung brauchen wir die Anderen, ihre Hässlichkeit, ihre Gefährlichkeit, ihre Unzivilisiertheit.“

weiterlesen…
Gute Zeiten – Schlechte Zeiten. „Flüchtlingskrise“, Deutsche Willkommenskultur und die Ereignisse von Köln, 2/16

Die Kolonialisierung wurde auch mit der Frauenbefreiung begründet. DIe Politikwissenschafterin María do Mar Castro Varela über aktuelle Verknüpfungen von Sexismus und Rassismus, 3/16

dankbar für Erfahrungen 2015

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Liebe Freund_innen,
dankbar für ein gutes Jahr mit bewegenden Begegnungen, neue Perspektiven, fantastischen Kolleg_innen und Menschen allen Alters, von denen ich lernen konnte, bekam ich Lust zu diesem Rückblick auf Berufliches in 2015.

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Fortbildungen für Erwachsene wie seit vielen Jahren: dreimodulige Anti-Bias-Trainings mit Žaklina in der EJBW in Weimar und dem Bildungswerk der Böll Stiftung in Berlin. Neu 2015: Das Seminar Den Fokus verschieben – neue Ansätze in der Bildungsarbeit zu Afrika mit Saraya und Icra in Hamburg. Mögliche Stolperfallen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit – ein postkolonialer Blick mit Beate. Und Begleitung von Kitaerzieher_innen auf dem Weg zu Inklusion mit Tupoka: Diskriminierung von Kindern wahrnehmen, wertschätzende Räume und Teilhabe erleichtern.

postkarten 2Mich berührten Fortbildungen mit Gruppen, die aktiv gegen Diskriminierung sind, wie in Hilden, wo Žaklina und ich Eltern und Pädagog_innen trafen, die für Kinder mit Trisomie 21 viele Veränderungen bewirken. Das Seminar Den Inklusionsbegriff weiter fassen bestärkte sie, Ausgrenzung verschränkt zu denken. Bei den Jugendkoordinator_innen im Modellprojekt Hessische Muslime für Demokratie und Vielfalt! der Goethe-Uni Frankfurt unterstützten wir engagierte Studierende, die sich bei Rassismus aus eigenen Erfahrungen gut auskennen, ihre Einflussmöglichkeiten zu erweitern – in Bezug auf verschiedenen Formen von Diskriminierung. Gerne trage ich zu Büdnisarbeit bei.

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Außergewöhnlich war die selbstorganisierte Werkstatt, sie ermöglichte Angebote zur rassismuskritischen Stärkung von Schwarzen+ PoC Kindern/ Jugendlichen/ Familien zu reflektieren. Zu fünft schufen wir vier Tage, in denen engagierte Menschen Tools und Strategien im Umgang mit struktureller Ausgrenzung und Ohnmachtsgefühlen teilten, Diskriminierung in der Schule spielte eine besondere Rolle. Aktivisten vernetzten sich und entwickelten neue Ideen.

15-10 afacan07Besonders dankbar bin ich für Begegnungen der Herbstferien: Mit Familien Schwarzer Kindern trafen wir in der Türkei eine Gruppe von  Afrotürken um Mustafa Olpak, genossen eine gute Zeit miteinander, tauschten Alltagserfahrungen und Strategien, hörten von den Kämpfen um Anerkennung der eigenen Erfahrungen, schmieden Pläne und besuchten zum Abschluss die neuen Freunde im Dorf.

 

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Wie wurde Schokolade so billig? Was fändet ihr eine faire Verteilung? In Projektwochen an Grundschulen forschten wir mit Kindern zu kolonialen Kontinuitäten. Warum wächst viel Kakao in Westafrika? und was macht es mit uns, dass Kolonialismus meist Zeitalter der Entdeckungen genannt wird? Damit Globales Lernen Bildung für nachhaltige Ungleichheit überwindet, reflektieren wir im Team und entwickeln unsere Module und Materialien kontinuierlich weiter. Für die Aktion Welthandel erforschen am Bsp. Kaffee ist die neue Weltkarte fertig. Die homepage zu „Deutschland*Ein*Wanderungsland“ steht im Netz. In den Projekten unterstützen wir Schüler_innen in widerständigem Wissen, z.B. dass Migration als etwas Selbstverständliches und nicht, wie oft behauptet, ein Problem. An konkreten Beispielen erfahren Kinder z.B. von Fluchtursachen, die mit europäischer Wirtschaftspolitik zu tun haben. We are here because you were there.

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Let’s get empowered!  Glücklich bin ich, dass wir mit Jonathan, Jenny, Icra, Petra, Patricia, Tupoka, Louisa u.v.a.m. Wochenenden für Schwarze Kinder, Jugendliche und ihre Familien auf die Beine stellten. Am Wannsee und in Hirschluch inspirierten wir uns mit Musik, Stencils, Rap, Hip Hop,Tanz, Film, Foto und Haarworkshops – und ebenso Bootfahren, Lagerfeuer, Geländespiele. Eltern nutzen die Räume um miteinander zu sprechen, ohne sich rechtfertigen zu müssen.

AB buchLast but not least: Veröffentlichungen. Das Buch des anti-bias-netzes, dem Netzwerk von Trainerinnen, in dem ich seit 2000 arbeite. Vorurteilsbewusste Veränderung mit dem Anti-Bias-Ansatz erschien im Lambertusverlag. In zwei Artikeln reflektiere ich Erfahrungen meiner Arbeit: „Warum hängt die Weltkarte falsch herum?“ – „Weil ich was seh’, was du nicht siehst!“ Anti-Bias ermöglicht neue Perspektiven. Und Zwischen color-line und Handlungsperspektiven – für Kinder, Eltern und Pädagog_innen. Für Woher komme ich (reflexive und methodische Anregungen für eine rassismuskritische Bildungsarbeit der Diakonie Württemberg) erstellten Žaklina und ich das Kapitel über Anti-Bias. Es steht online, ebenso wie der rassismuskritische wanderungslandLeitfaden zur Reflexion didaktischer Lehr- und Lernmaterialien für die Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und afrikanischer Diaspora – und die Bücherkiste von Kinderwelten.  Die Materialien – Lebensmittelplakate, Wörterkarten, Begleitheft etc – der Mitmachausstellung Deutschland*Ein*Wanderungsland sind neu erschienen und bereit für weitere Projekte an Schulen.AK reise AK2

Herzlichen Dank allen, mit denen ich in diesem Jahr ein Stück des Wegs gemeinsam gehen durfte, mit denen ich durch Liebe und Engagement für Menschenrechte und Teilhabe aller an unserer Gesellschaft verbunden war…  ich wünsche Euch schöne Feiertage und einen guten Start ins Neue!!

annette

Den Fokus verschieben

Neue Ansätze in der Bildungsarbeit zu Afrika, 18.-20.9.2015 im Haus am Schüberg, in Hamburg

Link zum Flyer

Afrikabezogene Bildungsarbeit steht immer in der Gefahr, einseitige Bilder zu reproduzieren. In unserer Gesellschaft sind solche Bilder sehr präsent: Afrika wird in erster Linie als armes und hilfsbedürftiges oder als exotisches „Land“ wahrgenommen. Alle kennen Bilder von afrikanischen Dörfern mit Lehmhütten, aber viele haben noch nie Fotos von glasverspiegelten Hochhausfassaden in afrikanischen Großstädten gesehen.

Im Seminar beschäftigen wir uns mit den Fallen, die immer wieder dazu führen, dass auch im Globalen Lernen Stereotype reproduziert werden und setzen uns mit alternativen Herangehensweisen auseinander. Wir erweitern unser Wissen über unterschiedliche Perspektiven auf globale Zusammenhänge und lernen wir z.B. Methoden kennen, mit denen Stereotypen hinterfragt und Weltbilder erweitert werden können.

Wir fragen danach, wie es uns gelingen kann, immer wieder globale Zusammenhänge und historische Bezüge aufzuzeigen, die Perspektivwechsel ermöglichen und mehrdimensionale Bilder entstehen lassen.

Schwerpunkte des Seminars werden sein:
* Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, Rolle und Haltung als Multiplikator_in
* Perspektiven wechseln—Arbeit mit Weltbildern und Afrikabildern
* historische Dimensionen im Globalen Lernen
* Fallen und Tücken in der afrikabezogenen Bildungsarbeit
* gemeinsames Ausprobieren zahlreicher Übungen und Methoden zum Thema und  Reflexion deren Einsatzmöglichkeiten in der Bildungsarbeit
* Gelerntes auf die eigene Arbeit anwenden

Dieses Seminar wendet sich in erster Linie an Multiplikator_innen, die in der afrikabezogenen Bildungsarbeit aktiv sind. Die Ans.tze und Methoden lassen sich aber ebenso auf die Arbeit zu anderen Ländern und Kontinenten übertragen.

Ziel des Seminars ist es, eigene Standpunkte und Arbeitsweisen zu reflektieren und neue Anregungen und Methoden für die Weiterentwicklung der eigenen Bildungsarbeit zu erhalten.

Referent_innen:
Saraya Gomis (Lehrerin und Fortbildnerin) ,
Icra Amad Ibrahim (Elektriker und Bildungsarbeiter),
Annette Kübler (Anti-Bias-Trainerin und Schulberaterin)

 

Stärkung Schwarzer Kinder

Regelmäßig organisieren wir Treffen und Wochenenden für Schwarze Kinder/ Jugendliche und ihre Familien. Weitere Infos annette_kuebler(at)yahoo.de

Link zum Flyer 2015

Werkstatt zu Reflexion von Angeboten zur rassismuskritischen Stärkung von Schwarzen und PoC – Kindern und Jugendlichen und ihren Familien, an 4 Tagen im November 2015. Die Werkstatt dient dem Austausch und der Vernetzung von Akteur_innen, die Kinder und Jugendliche mit Rassismuserfahrungen, ihre Familien und ihr Umfeld stärken

Fragen, die uns beschäftigen: 

  • Kinder und Jugendliche mit Rassismuserfahrung brauchen Tools im Umgang mit struktureller Ausgrenzung. Diskriminierung in der Schule spielt hierbei eine besondere Rolle. Auch Eltern und Bezugspersonen brauchen Unterstützung bei Diskriminierung und Ohnmachtsgefühlen.
  • Rassismuskritische Stärkung in rassistischen Settings wie Schule, wie geht das? Was macht das mit den Schwarzen Kindern und Kindern of Color?
  • Immer kämpfen geht nicht, schon gar nicht für Kinder und Jugendliche. Sie brauchen auch Tools, um sich abzugrenzen. Was stärkt sie, um mit diesem System klar zu kommen? Was schwächt sie?
  • Wie können wir Erwachsene, die marginalisierte Wissensbestände mitbringen, Kinder stärken, damit sie dieses Wissen wertschätzen und nicht die Abwertung dieses Wissens durch die Schule verinnerlichen?
  • Was bieten wir Kindern und Jugendlichen an, um Kraft zu schöpfen: ich kann etwas schaffen, kreativ sein, mich spüren. Womit haben wir gute Erfahrung?
  • Was geschieht nach dem Training – Räume für längerfristige Prozesse und
  • kontinuierliche Begleitung, Kinder und Eltern vernetzen
  • Und mehr …

Wir möchten:

  • Ressourcen und Wissensbestände sichtbar machen und bündeln
  • uns austauschen, kollegial beraten, vernetzen und gegenseitig stärken
  • Erfahrungswissen und Best Practice-Beispiele teilen
  • Ergebnisse /Handwerkszeug für uns festhalten

Eingeladen sind Menschen, die durch ihre berufliche, aktivistische und alltägliche Arbeit Expert_innen sind. Wir wenden uns an Schwarze/ PoC und weißAkteur_innen, Bei Bedarf arbeiten wir in getrennten Gruppen. Gerne nehmen wir vorab Fragen/ Rückmeldungen von Euch auf und bauen sie ein.

Der Rahmen:
Termin: 13.+ 14., 28.+ 29. November 2015 (4 Tage) je von 10 – 17 Uhr
Ort: Bildungswerk der Heinrich-Böll Stiftung, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin
Anmeldung: anti-bias-netz@gmx.de, Koordination, Planung, Moderation: Žaklina Mamutovič, Patricia Göthe, Jonathan Aikins und Annette Kübler

unser Weltbild – mit Quiz

In der Materialmappe „Globales Lernen – Methoden für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit“ veröffentlichte ich „unser Weltbild – mit Quiz“, Herausgeber: Engagement Global, 2015

1) der Quiz

2) Beschreibung der Methode: unser Weltbild

Vorbemerkung: Die Übung ist eine Gelegenheit sich exemplarisch über eigene Prägungen bewusst zu werden. Im besten Fall verunsichert sie, weil bisher unhinterfragte Selbstverständlichkeiten ins Wanken kommen. Die Übung soll einen Prozess anstoßen, in dem eigene Privilegien und daraus resultierende Dominanzgefühle gesehen und benannt werden. Da viele Menschen vermeiden über Macht/ Dominanz/ Eurozentrismus/ Rassismus zu sprechen, weil sie Angst haben etwas Falsches zu sagen, ist dieser spielerische Zugang hilfreich für die Thematisierung dieses komplexen Themas. Allerdings muss darauf geachtet werden niemanden bloßzustellen, eine anerkennende Gruppenatmosphäre ist nötig. Die anleitende Person sollte selber vorher an der Übung teilgenommen und sich mit den Wir- kungsweisen von strukturellem Rassismus und dessen Verinnerlichung auseinandergesetzt haben. Dann kann diese Übung ein guter Einstieg zu Reflexion eigener Privilegien sein.

3) Hintergrundinfos zum Methode unser Weltbild mit Quiz

Methoden und Ziele eines Anti-Bias-Trainings

Was ist Anti-Bias?

Methoden und Ziele eines Anti-Bias-Trainings, Artikel von Žaklina Mamutovič und Annette Kübler, veröffentlicht in der Broschüre: Woher komme ich? reflexive und methodische Anregungen für eine rassismuskritische Bildungsarbeit, 201

Was ist Anti-Bias?

Das englische Wort „Bias“ bedeutet übersetzt „Voreingenommenheit“ oder auch „Einseitigkeit“. Anti-Bias-Ansätze in der pädagogischen Arbeit und der Begleitung von Bildungseinrichtungen (Kitas, Schulen, usw.) zielen darauf, Schieflagen sichtbar zu machen und Diskriminierungen abzubauen.

In einem Prozess, der an den eigenen Erfahrungen der Teilnehmenden ansetzt, erfolgt eine Sensibilisierung für eigene Vorurteile und verschiedene Formen von Diskriminierung. Oft können Menschen Diskriminierungen, von denen sie selbst verletzt werden, gut benennen. Ein wichtiger Schritt ist, auch zu erkennen, wie ich von Strukturen privilegiert werden und wie Privilegien meinen Blick einschränken. Denn das Problem beginnt nicht erst, wo Menschen einseitig handeln – es beginnt schon, wo Menschen Situationen einseitig wahrnehmen. Anti-Bias wird auch mit „vorurteilsbewusst“ übersetzt, um deutlich zu machen, dass niemand vorurteilsfrei ist, sondern gelernte Bilder unbewusst wirksam sind. Anti-Bias geht es nicht nur um einzelne diskriminierende Handlungen sondern lenkt den Blick ebenso auf „die Luft, die sie umgibt“, den Kontext, auf gesellschaftlich geteilte Bewertungen und strukturell ungleiche Verteilung von Macht. Die Erkenntnis des eigenen Mitspielens in diskriminierenden Strukturen ist ein wichtiger und schwieriger Punkt. Mir einzugestehen, dass ich Teil bin von Ungerechtigkeiten, die ich doch ablehne und hinzusehen, wie ich sie stabilisiere ist oft mit Scham- und Schuldgefühlen verbunden. Doch der Schritt ist notwendig, um handlungsfähig zu werden, um konkret alternative Betrachtungs- und Handlungsweisen zu entwickeln: Wie gestalten wir Praxen so um, dass nicht-diskriminierendes, vorurteilsbewusstes Verhalten unser Miteinander prägt?

Der Anti-Bias Ansatz beschäftigt sich mit verschiedenen Formen von Diskriminierung und ihren vielschichtigen Verstrickungen (wie z.B. Gender, Klasse, sexuelle Lebensweise, Alter, rassifizierende Zuschreibungen, körperliche Gesundheit, usw.). Es wird die gesellschaftlichen Bewertung von Unterschieden betrachtet und beinhaltet die Auseinandersetzung mit struktureller Diskriminierung.

 

weiterlesen – zum Artikel

Kinderbücher kritisch lesen!

Artikel veröffentlicht in der Broschüre: Wenn Rassismus aus Worten spricht, 2014 ZWST

Bedarfe, Widerstände, Möglichkeitsräume

Rassismus geschieht oft ohne böse Absicht, doch gut gemeint, ist nicht genug.

Als die Debatte um rassistische Beleidigungen in Kinderbüchern entbrannte, erinnerte ich mich an meine eigene Lerngeschichte. Es ist mir vertraut wie viel Energie Menschen verwenden, um zu beweisen, dass sie nicht rassistisch sein können. Als ich an der Uni in autonomen Studiengruppen erstmals mit der Tatsache konfrontiert wurde, dass Rassismus mich im Alltag oft privilegiert, fraßen meine Schuldgefühle und mein schlechtes Gewissen viel Kraft. Es war damals und es ist auch heute nicht leicht, in mein Selbstbild zu integrieren, dass das Aufwachsen in einer rassistischen Gesellschaft mich tief geprägt hat.

Eine der hilfreichen Lektüren damals war der Aufsatz »Die Schwierigkeit, nicht rassistisch zu sein« von N. Rätzel und A. Kalpaka: »Dass Rassismus keine böse Absicht ist, sondern eine Lebensform, ein Bestandteil unserer kulturellen Identität (…) ist eine nüchtern zu treffende – wenn auch schmerzliche – Erkenntnis«.

Wichtig ist, sensibel für Schieflagen zu werden und diese zu verändern.
Inzwischen arbeite ich als Trainerin für Vielfalt, Antidiskriminierung und Vorurteilsbewusstsein (nach dem Anti-Bias-Ansatz). Wichtig ist mir, dass wir einander die Augen öffnen für strukturelle Formen von Ausgrenzung und unser eigenes Verwickelt-Sein darin. »Anti-Bias« verstehe ich als eine lange Reise, wissend um die Komplexität von Diskriminierung auf individueller und gesellschaftlicher Ebene, ihren psychologischen und politischen Dimensionen sowie der Verwobenheit von Menschen im Alltag. Ziele sind dabei Machtstrukturen (mehr) wahrzunehmen, besser zu zu hören und eigene Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

zum Artikel Kinderbücher

Hinweis: die Kinderbuchkiste für Kinder von 6-9 Jahre von Kinderwelten ist online!

Aktion: Kaffeeparcours

am 1. Mai 2015 auf dem Mariannenplatz!

für Kinder, Jugendliche und Familien bieten wir wieder den Kaffeeparcours an: ein interaktives Spiel über weltweite Beziehungen am Beispiel Kaffee. Spielerisch wird gepflückt, geschleppt, gehandelt, geröstet und gemahlen. Dabei begegnen wir Geschichten von Menschen, die von Anbau, Transport und Vermarktung des Kaffees leben. Neue Perspektiven werden möglich, zum Beispiel: Auswirkungen von niedrigen Preisen auf Menschen, die Kaffee anbauen. Und immer wieder versuchen Kinder, für eine etwas gerechtere Bezahlung zu sorgen.

Im Vorfeld führen wir für Schulklassen ab der 4. Klasse Projektwochen zum Thema Konsumgüter und Welthandel durch

Was sind hier Kaffeebohnen?

Und welches sind die Kaffeebohnen?

mehr zum Kaffeeparcours

Ein Angebot für Schulen

Anti-Bias-Trainings Termine

Macht * Diskriminierung * Vorurteile?

Anti-Bias-Training in Berlin 2015
In Kooperation mit dem Bildungswerk der Böll Stiftung bieten wir ab Februar 2015 ein dreimoduliges Training an. Termine sind jeweils Freitag und Samstag von 10 – 17 Uhr, Grundkurs 13.+14.2.15, Aufbaukurs 13.+14.3.15 und Vertiefungskurs 24.+25.4.15   AB Flyer14   Infos hier

Anti-Bias-Training 2015 in Weimar:
mit Unterkunft und Verpflegung in der EJBW.
erster Durchgang 2015: 23.-25.1.15, 27.2.-1.3.15 und 17.-19.4.15.
zweiter Durchgang 2015: 4.-6.9.15, 9.-11.10.15, 4.-6.12.15.
Die Fortbildung findet in der EJBW in Weimar unter Leitung von Zaklina Mamutovic und Annette Kübler statt. Anmeldungen bei der EJBW,  <rebitschek@ejbweimar.de>  mehr Infos hier

Übung beim Anti Bias Training April 2012

Für uns bedeutet Anti-Bias-Arbeit: Diskriminierung sowohl privat als auch gesellschaftlich kritisch im Fokus zu haben/ uns den eigenen Verstrickungen in Strukturen von Ausgrenzung stellen / einen machtkritischen Blick auf politische Bildungsarbeit zu werfen/ uns zu eigener Diskriminierungserfahrung – zwischenmenschlich und strukturell – auszutauschen und einander zu empowern/ Handlungsstrategien und Zusammenarbeit zu verbessern und dabei voneinander zu lernen

Zentrale Elemente der Kurse sind:

einander begegnen
und ins Gespräch kommen: Wie erlebe oder erlebte ich Diskriminierung? Welche Gefühle sind damit verbunden? Welche persönlichen Strategien habe ich im Umgang mit Diskriminierung entwickelt? Das Training macht in der Gruppe auch emotional begreifbar, wie Diskriminierung funktioniert – aus der Position als Diskriminierte wie auch als Diskriminierende.

Wahrnehmung für Schieflagen schärfen 
gerade weil vieles „normal“ und unumgänglich erscheint, ist es notwendig den Blick für eigene Privilegien zu schärfen. Dabei werden wir uns vertiefend mit strukturellen Ungleich­heiten, der Verbindung von persönlicher und struktureller Unterdrückung und der Vielfalt von Diskriminierungsformen auseinandersetzen.

mit Veränderung beginnen
bedeutet ungerechte Strukturen zu benennen und uns gegen diskriminierende Verhaltensweisen zu wehren. Wo kann ich mich einmischen und Veränderun­gen bewirken? Wo können wir in unseren Einflussbereichen mehr Verantwortung über­nehmen und unsere Macht nutzen? Wie können wir gemeinsam Bündnisse initiieren?

die eigene Praxis reflektieren
Reflexion der Rahmenbedingungen unserer Arbeit: Was bedeutet der Anti-Bias- Ansatz für unseren Blick auf strukturelle Zusammenhänge? In welche Richtung möchten wir etwas verändern? Welche Erfolge, welche Herausforderungen und Stolpersteine habe ich in meiner Arbeit?